Stammzell-Forschende treffen sich in Bern

Expertinnen und Experten stammzellbasierter Therapien weltweit diskutieren am 6. und 7. September 2018 erstmals in der Schweizer Hauptstadt die neusten Forschungsergebnisse zu regenerativer Medizin. Die Universitätsklinik für Frauenheilkunde ist Gastgeber.

Wundheilung, Reparatur von Hautläsionen und Knochen, Regeneration von geschädigtem Lungengewebe, Linderung von neurologischen Beeinträchtigungen – Stammzellen sind die neuen Hoffnungsträger für regenerative Therapien in der Medizin. Der internationale Kongress der Placenta Stem Cell Society (IPLASS 2018 Meeting), welcher den neusten Wissensstand zu Stammzellen thematisiert, findet dieses Jahr erstmals in Bern statt. Begrüsst werden die internationalen Forscherteams von Uwe E. Jocham, Direktionspräsident der Insel Gruppe, und Universitätsrektor Christian Leumann. Gastgeber ist die Universitätsklinik für Frauenheilkunde am Inselspital, welche sich seit 2011 intensiv mit dem therapeutischen Potential von Plazenta-Stammzellen gegen frühgeburtliche Zerebralparese beschäftigt.

Stammzellen aus der Nabelschnur gegen Hirnschädigungen

Das Inselspital wird am Kongress besonders das neuro-regenerative Potential von Stammzellen vorstellen, welche aus der Nabelschnur gewonnen werden. Verabreicht in der Form eines Nasensprays können die Stammzellen aus der eigenen Nabelschnur frühgeborenen Kindern helfen, die lähmende Wirkung einer Zerebralparese zu bekämpfen. Ziel ist es, Therapiemöglichkeiten direkt nach der Geburt zu entwickeln, welche langfristige Hirnschäden und neurologische Entwicklungs-Einschränkungen vermeiden und letztendlich dem Frühgeborenen bessere Entwicklungschancen bieten. Das Team des Forschungslabors für Pränatale Medizin am Inselspital konnten bereits am Tiermodell und in Zellstudien nachweisen, dass die aus der Nabelschnur gewonnenen Stammzellen die Markscheiden der Nervenbahnen schützen und die Entstehung neuer Nervenverbindungen zwischen den Hirnhälften und dem Rückenmark fördern (s. Medienmitteilung vom September 2016).

Hoffnung bei Lungenfibrose und Traumata der Lunge

Ein zweiter Forschungsschwerpunkt am Inselspital betrifft degenerative Lungenerkrankungen, welche teils ebenfalls mit Stammzellen therapiert bzw. verlangsamt werden könnten. Das Forschungslabor Pneumologie am Inselspital untersucht die Wirkung von Stammzellen (induzierte pluripotente Stammzellen, mesenchymale Stammzellen) und ihren Produkten (Sekretom) zur Lungenregenerierung.

Schweizweite Plattform zur Stammzellforschung

Zum Abschluss des Fachkongresses mit Vertretern aus der Schweiz, Europa, Australien, Neuseeland und den USA wird Mark Rubin, der Direktor des Departments für Biomedizinische Forschung (DBMR) der Universität Bern, schliesslich die erste gemeinsame Plattform zur Stammzellgewinnung («Translational and Clinical Bio-Manufacturing (TCBM)») offiziell eröffnen. Beteiligt sind die fünf Schweizer Universitätsspitäler sowie zwei weitere Zentrumsspitäler. Die gemeinsame Leitung der Plattform haben die SCRM Bern und Wyss Zürich.

Publikationen Forschungslabor Pränatale Medizin

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29562785
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28457739
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27392671
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27842457


Publikationen Forschungslabor Pneumologie

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29256173
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29226550
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28827799 

Symbolfoto regenerative Medizin mit Stammzellen (Insel Gruppe AG)