«Global Health» - Grenzenloses Engagement

Die Grundversorgung in vielen Weltregionen ist defizitär. Viele Mitarbeitende der Insel Gruppe engagieren sich in internationalen Gesundheitsprojekten, um Menschen in Ländern mit limitierten Ressourcen gesundheitlich besser zu versorgen und auszubilden. Hieraus entstanden und entstehen wertvolle Partnerschaften. Wir stellen vier Persönlichkeiten vor.

Cornelia Staehelin

Wer schon einmal in einem Krankenhaus in einem Schwellenland gearbeitet hat, wird zustimmen, dass diese Eindrücke ungemein nachhaltig sind. Oft bleibt eine Diagnose unbestätigt, weil die apparativen Mittel fehlen, aber man erlebt medizinisch prägende und menschlich erschütternde Momente, wenn man beispielsweise den natürlichen Verlauf einer Aids-Erkrankung in seiner zerstörerischen Wucht sieht. Oder man hat Patientinnen und Patienten betreut, die einem unter den Fingern an einem Lungenödem ersticken. Wenn Jugendliche mit einer dekompensierten Leberzirrhose zur Konsultation erscheinen, weil sie nicht gegen Hepatitis B geimpft wurden – eine eigentlich einfache und effiziente Intervention –, tauchen Fragen nach globaler Gerechtigkeit auf. 

Unsere Verantwortung

Wir privilegierten Menschen in der Schweiz haben eine Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen und den Gesundheitsfachpersonen im Globalen Süden. Es war nicht unser Verdienst, dass wir im Globalen Norden eine exzellente Ausbildung geniessen durften; einen kleinen Teil unseres Wissens sollten wir weitergeben. Den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen vor Ort bedeutet es enorm viel, wenn sie an neuen medizinischen Erkenntnissen teilhaben und neue Interventionen kennenlernen dürfen. Die Investition in die Fortbildung des Personals ist ein wesentlicher Faktor, um die Attraktivität eines lokalen Spitals zu erhalten, die lokale medizinische Versorgung zu verbessern und der massiven Abwanderung von geschulten Arbeitskräften entgegenzuwirken.

Dr. med. Cornelia Staehelin, Oberärztin
Fachärztin Tropen- und Reisemedizin