Lungenschäden nach Covid-19 nachgewiesen

Die heute veröffentlichte, gesamtschweizerische Studie unter der Leitung des Inselspitals, Universitätsspital Bern und unter Mitwirkung der Universität Bern stellt erstmals fest: auch nach vier Monaten haben schwere Covid-19-Erkrankungen anhaltende Beeinträchtigungen der Sauerstoffaufnahme der Lunge zur Folge. Eine Langzeitbeobachtung und Behandlung dieser Patientinnen und Patienten ist wichtig und dringlich.

Funktionale Lungenschäden durch Covid-19

Noch 4 Monate nach der Infektion vermindert eine schwere Covid-19-Erkrankung die Sauerstoffaufnahme der Lunge im Durchschnitt um einen Fünftel gegenüber dem erwarteten Wert einer gesunden Person

Medienmitteilung vom 7. 1. 2021

Medienmitteilung:

 

Expertenaussagen:

  • PD Manuela Funke-Chambour: «Unsere Studie hat in kürzester Zeit eine schweizweite Datenerhebung der Lungenfunktion von Patienten nach COVID-19 ermöglicht. Die bis heute ausgewerteten Daten und die künftigen Erkenntnisse sind wichtig, um Fragen zu Langzeitfolgen für die Lunge von Covid-19 beantworten zu können. Nur aufgrund von Daten aus solchen Studien wird es uns gelingen, Patientinnen und Patienten langfristig optimal zu unterstützen und zu behandeln."
  • Prof. Thomas Geiser: «Covid-19 stellt sehr hohe und teils neue Anforderungen an unsere Forschungstätigkeit. Ein grosser Zeitdruck zusammen mit einer Krankheit, die zahlreiche Organsysteme irreversibel beeinträchtigen kann, zwingt uns zu neuen Arbeitsformen. Wir fokussieren auf innovative Forschungsansätze, die rasch umsetzbar sind. Im vorliegenden Projekt sind die schnell etablierte, multizentrische und interdisziplinäre Zusammenarbeit und der mittel- bis langfristige Beobachtungshorizont hervorzuheben.»
  • Prof. Lukas Ebner: "Obwohl die Darstellung der initialen Covid-19-Pneumonie im bildgebenden Verfahren relativ charakteristisch ist, sind die mittel- und langfristigen radiologischen Manifestationen derzeit noch nicht ausreichend verstanden. Neben Schädigungen des Lungengewebes, die auf Folgen der schweren Pneumonie zurückgeführt werden können, indiziert das CT-Bild auch eine mögliche Beteiligung der kleinen Atemwege, die nach Covid-19 ein ziemlich charakteristisches Bild ergibt. Unser interdisziplinärer Zugang zeigt, wie wichtig es ist, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen und dabei sowohl die zeitliche Entwicklung radiologischer, klinischer und funktioneller Parameter zu untersuchen, um mögliche Schäden durch Covid-19 in der Lunge zu verstehen."

Expertinnen und Experten:

  • PD Dr. med. Manuela Funke-Chambour, Studienleiterin, Leiterin «Swiss national Covid-19 lung study», Stv. Chefärztin Universitätsklinik für Pneumologie, Inselspital, Universitätsspital Bern
  • Prof. Dr. med. Thomas Geiser, Direktor Lehre und Forschung Insel Gruppe, Direktor und Chefarzt Universitätsklinik für Pneumologie, Inselspital, Universitätsspital Bern
  • Prof. Dr. med. Lukas Ebner, Leitender Arzt und Leiter Thorax-Bildgebung, Universitätsinstitut für Diagnostische, Interventionelle und Pädiatrische Radiologie, Inselspital, Universitätsspital Bern
  • Für die weiteren Zentren der Studie: Bitte Beilage beachten

Links:

Kontakt: 

  • Insel Gruppe AG, Kommunikation: +41 31 632 79 25, kommunikation@insel.ch