Gemeinsame Projekte mit Kliniken

Wir arbeiten an verschiedenen Projekten in Kliniken mit:

COPE Edukationsprogramm für Eltern frühgeborener Kinder

Nach der Geburt eines frühgeborenen Kindes fühlen sich Eltern oft überfordert. Angst, Unsicherheit und fehlendes Wissen im Umgang mit dem Frühgeborenen beeinflussen die Eltern-Kind-Interaktion negativ, was zusätzliche Gesundheitskosten zur Folge haben kann.
Im Rahmen eines interprofessionellen Projektes der Abteilung für Neonatologie und dem Bereich Fachentwicklung und Forschung (FEF) der Direktion Pflege/MTT wurde am Inselspital der Frage nachgegangen, ob und wie ein bestehendes evidenzbasiertes Edukationsprogramm zur Stärkung elterlicher Kompetenzen in den Schweizerischen Kontext übertragen werden kann. Als Methode für die Projektumsetzung diente die partizipative Aktionsforschung nach Stringer & Genat (2004).

Nach einer Literaturrecherche haben wir uns für das evidenzbasierte Edukationsprogramm COPE (Creating opportunities for parent empowerment) aus den USA entschieden. Forschungsresultate zeigen eine signifikante Reduktion elterlicher Angst, eine signifikante Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion und eine Verkürzung des Spitalaufenthalts.
In intensiver Zusammenarbeit mit den Autorinnen Melnyk und Feinstein erstellten wir eine deutsche Fassung des Programms. Dies bedeutet, dass die Umsetzung dieses Programms im ganzen deutschsprachigen Raum möglich wird. Auf der Neonatologie am Inselspital wurde COPE anhand eines interprofessionell erarbeiteten Umsetzungskonzepts implementiert. Es gehört seit Juli 2012 zum Standardangebot.

Die Evaluation wird zeigen, ob COPE im deutschsprachigen Kontext das Sicherheitsgefühl von Eltern frühgeborener Kinder erhöht und die Aufenthaltsdauer verkürzen wird.

Am Programm interessierte Personen können sich melden bei:
Liliane Stoffel, Pflegeexpertin MScN, Neonatologie: E-Mail
Kathrin Hirter, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fachentwicklung und Forschung, Direktion Pflege/MTT: E-Mail

Edukationsprogramm für Patienten und Angehörige zur Haut- und Schleimhautpflege bei Systemsklerose

Systemsklerose (SSc) gehört zu den chronisch rheumatischen Bindegewebserkrankungen und führt zu Haut- und Schleimhautproblemen. Die Krankheit erfordert von Betroffenen ein anspruchsvolles Symptommanagement. Die Universitätsklinik für Rheumatologie, Klinische Immunologie und Allergologie hat zusammen mit dem Bereich Fachentwicklung und Forschung (FEF) der Direktion Pflege/MTT ein Programm entwickelt, um SSc-Betroffene mit strukturierten Edukationsaktivitäten zum Selbstmanagement zu befähigen.

Das Edukationsprogramm wurde im Rahmen einer partizipativen Aktionsforschung entwickelt. Die Projektgruppe nahm Problemstellungen aus der Praxis auf und erarbeitete zusammen mit SSc-Betroffenen Lösungen. Eine umfassende Literatursuche zeigte den Stand des aktuellen Wissens auf. Ziel des Projekts war, SSc-Betroffenen und ihren Angehörigen evidenzbasierte edukative Interventionen anzubieten, um deren Selbstmanagementstrategien zu verbessern und Komplikationen im Zusammenhang mit der Erkrankung vorzubeugen.

In enger Zusammenarbeit mit SSc-Betroffenen entwickelte die Projektgruppe Beratungsleitfäden sowie verschiedene Edukationsmaterialien (Broschüre, Merkblätter, Anschauungsmaterialien). Dabei stand eine gute Verständlichkeit für Laien immer im Zentrum. Informationen und Schulungsmaterialien setzen den Fokus auf das Gesundheitsverhalten und werden unter Berücksichtigung von Lerntyp, Krankheitsphase sowie individuellen Bedürfnissen abgegeben.

Alle Pflegefachpersonen der Rheumatologie wurden befähigt, Tests durchzuführen und definierte Erstinformationen zur Sicca-Symptomatik abzugeben. Die spezifische Beratung von Betroffenen erfolgt durch fünf spezialisierte Pflegefachpersonen unter der Leitung einer Pflegeexpertin mit Masterabschluss und in enger Zusammenarbeit mit dem interprofessionellen Team. Das Programm wird seit Oktober 2011 stationär und ambulant angeboten und umfasst Einzel- und Gruppenschulungen sowie Beratung via Telefon oder E-Mail. Das Programm wird über zwei Jahre evaluiert und anschliessend angepasst.

Am Projekt interessierte Personen können sich melden bei:

Agnes Kocher, Pflegeexpertin MScN, Universitätsklinik für Rheumatologie, Klinische Immunologie und Allergologie: E-Mail

Kathrin Hirter, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fachentwicklung und Forschung, Direktion Pflege/MTT: E-Mail


Leistungsangebot Pflege Rheumathologie

Projekt Patienten- und Angehörigenedukation zu oraler Antikoagulation - PAEdu OAK

Im Rahmen eines Praxisentwicklungs- und Forschungsprojekts hat sich eine enge Zusammenarbeit zwischen der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin (KAIM) und dem Bereich Fachentwicklung und Forschung (FEF) der Direktion Pflege, medizinisch-technische und medizinisch-therapeutische Berufe (DPMTT) am Inselspital Bern, entwickelt.

Das Projekt ist Teil der Bemühungen der Klinik, Patienten- und Angehörigenedukation einzuführen. Dabei wurde die Problematik der oralen Antikoagulation sozusagen als Musterbeispiel ausgewählt. In der KAIM ist die Gruppe der multimorbiden, älteren Patienten am grössten. In dieser Patienten-gruppe sind fortgeschrittene Herz-Gefässerkrankungen verbreitet und die Therapie der oralen Antikoagulation ist daher ein wichtiger Teil. Kernelement der oralen Antikoagulation ist die umfassende Information über die Therapie, die Berücksichtigung der Lebenssituation und das Einbinden der Therapie in den Lebensalltag. Die Kombination dieser Elemente führt zu einer regelmässigen Therapieeinnahme und somit auch zu einer grossen Therapietreuen. Um diese Ziele zu erreichen, wurde ein Praxisentwicklungs- und Forschungsprojekt entwickelt. Ziele dieses Projekts sind die Einführung von Patienten- und Angehörigenedukation in den Pflegealltag der KAIM, die Pflege-fachpersonen darin auszubilden und in der Umsetzung zu unterstützen, ein Programm zur Anleitung der oralen Einnahme von Antikoagulantien einzuführen und zu evaluieren. Zudem sollte das bestehende Rahmenkonzept der Patienten- und Angehörigenedukation der DPMTT evaluiert wer-den. Um diese Ziele zu erreichen, wurde zunächst ein Protoyp eines Leitfadens für ein Schulungsprogramm zur oralen Antikoagulation entwickelt. Dieser Prototyp wurde auf den Stationen der KAIM in Teamschulungen eingeführt. Diese Einführungen sowie die Anwendung des Prototyps wurden evaluiert. Zudem wurde eine systematische Literaturübersicht zu den Themen orale Antikoagulation und Patienten- und Angehörigenedukation durchgeführt. Eine Auswahl von neuen Patienten und fünf Angehörigen wurden zur oralen Einnahme von Antikoagulantien befragt, um auch diese Perspektiven bei der Ausarbeitung des Leitfadens einzubeziehen. Alle diese Elemente werden bei der Überarbeitung des Prototyps berücksichtigt und daraus geht der finale Leitfaden hervor. Dieses Vorgehen wurde gewählt, um – wie im Aktionsforschungsansatz – die Praxisvertreter eng ins Projekt einzubeziehen und somit auch deren Seite zu berücksichtigen. Dadurch wird die Umsetzung des Leitfadens vereinfacht und die Akzeptanz gefördert. Die Erarbeitung und Umsetzung eines derartigen Leitfadens trägt zur Verbesserung der Betreuung von multimorbiden, älteren Patienten bei. Die Auswirkungen eines derartigen Leitfadens müssten in einer weiteren Arbeit sorgfältig evaluiert werden.

Am Projekt interessierte Personen können sich melden bei:

Erika Wüthrich, Pflegeexpertin BScN, Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin KAIM und Mitarbeiterin Bereich Fachentwicklung und Forschung, Direktion Pflege/MTT: E-Mail