VITA 04/19: Wundbehandlung zwischen Gürbe und Sense

Zweimal wöchentlich kümmern sich Fachleute am Spital Riggisberg um eine optimale Wundversorgung. In der Region nimmt die Nachfrage nach diesem Angebot zu.

«Guten Tag. Sie haben meiner Nachbarin eine sehr gute Salbe gegeben. Kann ich diese für meine Wunde auch haben?», erkundigte sich eine Frau aus der Region Gantrisch, die im Wundambulatorium am Spital Riggisberg anrief.

«Es geht nicht nur darum, Salben aufzutragen und ‹Pflästerli› aufzukleben», betont Jürg Willen. Er ist Wundexperte und führt zusammen mit der Wundmanagerin Christiane Brendel (Bild) das Wundambulatorium am Spital Riggisberg und im Spital Belp. Beide haben als diplomierte Pflegefachpersonen in einer berufsbegleitenden Weiterbildung das nötige Spezialwissen erworben.

Das Wundbehandlungszentrum ist von der schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung (SAfW) anerkannt und zertifiziert. «Die Wundversorgung entwickelt sich stark», sagt Jürg Willen. Es ist eine Herausforderung, aus dem sehr umfassenden Angebot der Industrie optimale Produkte zu einem vernünftigen Preis auszuwählen.

Hierzu stehen Christiane Brendel und Jürg Willen in einem engen Erfahrungsaustausch mit anderen Wundexpertinnen und Wundexperten der Insel Gruppe. Und für die Diagnostik besteht ein enger Kontakt mit dem chirurgischen Ärzteteam im Spital Riggisberg sowie mit der Angiologie und der Dermatologie im Inselspital.

Viele Patientinnen und Patienten sind ältere Leute, oft mit offenen Beinen als Folge von venösen Leiden und Diabetes. Andere Wunden sind Folgen von Unfällen oder Operationen.

Das Einzugsgebiet des Wundambulatoriums ist die Region zwischen Gürbe und Sense sowie das Gantrischgebiet. Die Patientinnen und Patienten kommen über den Notfall des Spitals Riggisberg oder via Hausärztin bzw. Hausarzt. Andere melden sich gleich selbst im Wundambulatorium an. Die Nachfrage nach Behandlungen nimmt spürbar zu. Ein Ausbau des Angebots ist geplant.

Seit Frühling 2019 setzen Christiane Brendel und Jürg Willen auch neuartige künstliche Hautersatzprodukte ein. Damit kann im Idealfall auf eine Hauttransplantation verzichtet werden. Schliesslich gehört es zu den Aufgaben von Christiane Brendel und Jürg Willen, ihr Fachwissen an Pflegefachpersonen sowie an Assistenzärztinnen und Assistenzärzte weiterzugeben. Auch Angehörige, die zu Hause selbst einen Wundverband anlegen wollen, werden instruiert.

Eben: Wundversorgung ist deutlich mehr als salben und «Pflästerli» aufkleben.

VITA 04/19

Diesen sowie weitere Artikel finden Sie in der aktuellsten Ausgabe des VITA-Magazins, welches im Spital Riggisberg aufliegt und auch online verfügbar ist.