HIV: Erhöhte Gewichtszunahme unter TAF-Medikation

Ein Forschungsteam aus dem Inselspital, Universitätsspital Bern und der Universität Bern hat in der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie Nebenwirkungen einer HIV-Standardtherapie untersucht. Tenofovir alafenamid (TAF) ist dank seiner guten Wirksamkeit und Verträglichkeit heute das verbreitetste HIV-Medikament. Die vorgestellte Studie hat nun eine überproportionale Gewichtszunahme in Verbindung mit erhöhten Blutfettwerten nach Umstellung auf TAF nachgewiesen. Mit gezielter Beratung und einer individuellen Risikobeurteilung sollen die möglichen Therapievarianten gegeneinander abgewogen und die patientenbezogen beste Lösung eruiert werden.

Erstautor erklärt:

Studienergebnis:

Das zentrale Ergebnis der Studie: Personen, die auf eine TAF-Therapie wechselten, nahmen innerhalb der beobachteten 18 Monate deutlich stärker (1.7 kg) zu, als Personen, die in der TDF-Therapie blieben (0.7 kg). In der Gruppe mit einem normalen BMI entwickelten unter TAF 13.8% neu ein Übergewicht oder Adipositas, verglichen mit 8.4% unter TDF. Gleichzeitig wurde eine negative Entwicklung des Fettstoffwechsels mit einer generellen Erhöhung der Blutfettwerte festgestellt. Erstautor Bernard Surial stellt fest: «Das Resultat war sehr konsistent. Kardiovaskuläre Komplikationen sind bei Menschen mit HIV eine der häufigsten Ursachen von Krankheit und Todesfällen. Dementsprechend sind die gefundenen Stoffwechselveränderungen von grosser Bedeutung».

Abbildungen:

Veränderung der Anteile von Personen mit Übergewicht oder Adipositas nach 18 Monaten – oben mit fortgesetztem TDF, unten nach Wechsel auf TAF. Dargestellt sind nur Personen die am Anfang des Wechsels Normalgewicht aufwiesen.
Personen, die auf eine TAF-Therapie wechselten, nahmen innerhalb der beobachteten 18 Monate deutlich stärker (1.7 kg) zu, als Personen, die in der TDF-Therapie blieben (0.7 kg).